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Einstieg in die Fotografie – Teil 2 – Der Kamerakauf

20. November 2009 Daniel Krieg Keine Kommentare

Nachdem ich im 1. Teil der Reihe „Einstieg in die Fotografie“ über den eigentlichen Einstieg und das Einlesen in die Fachbegriffe geschrieben habe, möchte ich nun wie versprochen auf den eigentlichen Kamerakauf eingehen. Als Voraussetzung dafür gehe ich davon aus, dass man sich in die Fachbegriffe der Fotografie eingelesen hat und die Terminologie kennt.
Weiterhin möchte ich an dieser Stelle betonen, dass es sich bei dieser Kaufentscheidungshilfe um eine Hilfe für DSLRs (Digital single-lens reflex =  Digitale Spiegelreflexkamera) handelt.

Grundsätzlich gilt, dass ein DSLR Kauf keine schnelle und dadurch evtl. unüberlegte Kaufentscheidung sein sollte, sondern ruhig eine langfristige sein darf. Fotografieren könnt Ihr noch Euer ganzes Leben, wenn Ihr das mit der falschen Kamera tun müsst, verliert Ihr das Interesse und den Spaß. Also lasst Euch Zeit, lieber ein paar Tage oder Wochen mehr, als Ihr vielleicht zwischenrein glaubt, zu brauchen.
Deshalb gilt auch: Es ist toll, wenn die von Euch anvisierte Kamera vielleicht gerade irgendwo im Sonderangebot ist, ich denke jedoch, es ist besser, auch hier nicht überstürzt zu kaufen, sondern solche Angebote bis zur Entscheidung für die Kamera, die es sein soll, zu ignorieren. Wenn dann durch ein Sonderangebot Euer Budget weniger belastet wird, umso besser. Wenn Ihr dauerhaft fotografieren wollt, müsst Ihr so und so in Zukunft einiges Geld in die Hand nehmen, verkauft Euch also nicht wegen 50 € Rabatt.

Und genau damit sind wir beim ersten Kriterium beim Kauf einer DSLR, nämlich dem

Budget

Das Budget sollte definitiv schon im Vorfeld festgelegt werden. Setzt Euch eine Grenze. Nach oben habt Ihr schier unendliche Möglichkeiten und Ihr kommt ohne Budget Schritt für Schritt zu teureren Kameras und Objektiven. Dabei reicht mindestens für den Anfänger und auch weiter eine Einsteiger- bis Mittelklassekamera locker aus.
Das Budget sollte alles umfassen nämlich die Kamera, das Objektiv und vielleicht noch eine Kameratasche zum Schutz. Denn das sonstige Zubehör könnt Ihr später noch nachkaufen, wenn Ihr wisst, was Ihr fotografieren wollt, ich komme später nochmals dazu.

Marke

Am Anfang steht man erst mal vor einigen Marken, die in Frage kommen. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, wobei Nikon und Canon schon Mercedes und BMW der Kameras darstellen, was aber andere Marken wie Sony, Olympus, etc. nicht abwerten soll. Beschränkt Euch also zu Anfang noch nicht auf eine spezielle Marke.
Die Marke bringt jedoch einen großen Unterschied der Kameratechnik mit sich nämlich den

Bildstabilisator

Der Bildstabilisator stabilisiert, wie der Name schon sagt, das Bild beim Fotografieren und reduziert Verwackler. Er kann sowohl in der Kamera eingebaut sein oder eben nicht und statt dessen u.U. im Objektiv.
Nikon und Canon haben keinen Bildstabilisator in der Kamera, Sony z.B. hat ihn im Gehäuse. Das hört sich zunächst negativ für die beiden Platzhirsche an, ist es aber nicht. Denn die Tatsache, dass der Bildstabilisator dann im Objektiv sein sollte (kein Muss, aber zu empfehlen! Man könnte auch ein nicht stabilisiertes Objektiv an der einer Nikon nutzen, hätte aber dann den Vorteil der neueren Technik der Stabilisatoren nicht), bedeutet, dass bereits das Objektiv stabilisiert, und das bringt mit sich, dass das Sucherbild, das man beim anvisieren sieht, auch stabilisiert ist. Ist der Stabilisator in der Kamera, so greift er erst beim Auslösen und hat ein Sucherbild zur Folge, das eben wackelt, wenn man die Kamera unruhig hält.
Man sollte außerdem beachten, dass bildstabilisierte Objektive letztendlich teurer sind, ist ja aufgrund der Zusatztechnik auch irgendwo logisch.

Tests

Zu Anfang gilt deshalb zuerst einmal, Euch über Tests zu informieren, seien es Testergebnisse im Internet (habe gute Erfahrungen damit gemacht „Test „Kameraname““ in Google einzugeben), oder – was mir am besten weitergeholfen hat – Fotozeitschriften. Egal, welche Zeitschrift es ist, achtet darauf, welche Kameras getestet werden. Notfalls kann man die Hefte auch nachbestellen oder die Testergebnisse ebenfalls im Internet finden. Zudem könnt Ihr Euch auch hier in Foren oder Blogs informieren, ich habe einige in Teil 1 genannt.

Diese Artikel bieten viele Infos über die Kameras, über ihren Funktionsumfang, die Bildqualität, die Menüführung, die Ausstattung der Kamera, die Haptik, die Bedienung und die Geschwindigkeit. Einige dieser Punkte stellen dann stets die Kriterien für die Gesamtbewertung eines Gerätes dar.

Dabei werden Euch einige weitere Kriterien ins Auge springen, auf die ich nun eingehen will.

Megapixel

Diese Kennzahl ist die wohl meistgebrauchte bei Kameras und man kennt sie speziell aus den Anzeigen von Digitalkameras. Heutzutage sind die Kameras aber so stark fortgeschritten, dass man auch mit 10-12 Megapixel problemlos tolle Bilder machen kann. Man benötigt für den Anfang keineswegs eine DSLR mit 18 oder 20 Megapixel, also blendet dieses Kriterium etwas aus und konzentriert Euch auf andere.

Videofunktion

Eine der neuesten Entwicklungen bei DSLRs, sie können filmen. Hier solltet Ihr Euch fragen: Will ich das? Meine Kamera hat eine Videofunktion, die ich abgesehen von den ersten Tests nie benutzt habe. Zudem haben die Videofunktionen meistens Nachteile bzgl. Der Bildstabilisation, die ausgeschaltet wird, bzgl. Des Autofokus der u.U. nicht funktioniert und ähnliches. Eine nicht ausgereifte Videofunktion einer DSLR bringt so gut wie gar nichts.

Klappbares Display

Einige Kameras, wie z.B. die Nikon D 5000 haben ein schwenk- und klappbares Display. Dies kann zur besseren Nutzung der Videofunktion z.B. auf einem Stativ benutzt werden oder es kann das Fotografieren aus ungewöhnlichen Situationen erleichtern. Ob man es wirklich braucht? Entscheidet selbst, ich sage: Nein! Fotografieren aus ungewöhnlichen Situationen bedeutet für mich, sich auch mal auf die nasse Straße oder Wiese zu legen, das gehört doch dazu.

Objektiv

Für den Anfang bekommt Ihr von mir die Empfehlung, ein Standard – Kit Objektiv mit zu kaufen. Diese Empfehlung bekommt man im Übrigen auch in den meisten Foren und Blogs.
Diese Kit – Objektive sind normalerweise billigere Zoom – Objektive, mit denen Ihr in verschiedenen Brennweiten fotografieren könnt und sind sozusagen Allrounder.
Was ist daran so toll und wichtig? Nun, am Anfang kommt es zuerst einmal darauf an, was Ihr fotografieren wollt: Landschaft, Makro, Portraits, Architektur, Sport, Tiere, etc. Hierfür benötigt man je nachdem neue, andere Objektive denn diese Gebiete erfordern verschiedene Brennweiten, Lichtstärken der Objektive, andere Naheinstellgrenzen etc.
Am Anfang – zumindest ist das der Normalfall – weiß man noch nicht so richtig, was man fotografieren will. Und wenn man eine Annahme hat, dann kann es durchaus sein, dass diese Tendenz sich sehr schnell ändert, so war es zumindest bei meiner Wenigkeit.
Ein Kit – Objektiv tut somit anfangs einen guten Dienst und es kann dadurch auch erst mal bei nur einem Objektiv bleiben. Ein zweites und drittes kann man immer noch nach erneut detaillierter Recherche und Information nachkaufen.

Zubehör

Als ich meine Kamera – es ist übrigens eine Nikon D90 – kaufte, kaufte ich mir als Zubehör lediglich ein Linsenreinigungstuch und einen Blasebalg zum reinigen der Kamera. Anderes Zubehör wie ein Stativ, einen Fernauslöser mit Kabel oder Infrarot, einen Auslöse-Timer, Filter usw. könnt Ihr Euch später zulegen und auch erst dann, wenn Ihr wisst, was Ihr fotografieren wollt, denn u.U. benötigt Ihr für Euer Gebiet der Fotografie dieses Zubehör gar nicht. Wartet also auch hier ab und kauft, wenn echter Bedarf besteht.

Entscheidung

Auf Basis der genannten und ganz sicher auch zusätzlicher Kriterien (technische Daten) solltet Ihr abwägen, welche Kamera für Euch die beste sein wird. Wie gesagt, das kann länger dauern und ich sage an dieser Stelle nochmals: Es sollte auch länger dauern.
Ist die Entscheidung getroffen, so achtet darauf, wo Ihr kauft und zwar bzgl. des Gesichtspunktes der Garantie. Diese sollte auf jeden Fall gegeben sein. Ihr gebt zu viel Geld aus, um das Risiko einer fehlenden Garantie einzugehen.

Solltet Ihr bei Eurem Entscheidungsprozess auf Kriterien, Fachbegriffe oder Sonstiges gestoßen sein, auf die ich hier nicht eingehen konnte, dann hinterlasst bitte einen Kommentar, ich antworte Euch gerne.

Ansonsten hoffe ich, dass ich Euch den Kaufprozess etwas näherbringen und auch erleichtern konnte und freue mich auch hier auf Eure Kommentare und Eure Kritik.

Im bald erscheinenden Teil III schreibe ich dann über die erste Zeit nach dem Kamerakauf.

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